It’s more than just to look. It’s to see.

Photo: Ursula Schaeublin

«Meine Fotografie ist in keinster Weise objektiv. Wie alle Fotografen mache ich Fotos, die von mir selbst abhängen, von dem, was mir durch den Kopf geht, was ich denke und erlebe. Und ich lasse mich darauf ein.»

Das sagt kein geringerer als Sebastião Salgado. Ich stimme ihm voll und ganz zu. Als Fotograf sehe ich, was um mich herum geschieht. Dadurch formt sich ein Bild in mir. Nun muss ich einen Fremdkörper in diesen Prozess hineinschieben, nämlich die Kamera, um mit ihr das festzuhalten, was meine Umgebung in mir hervorruft und formt. 1975, im Alter von zehn Jahren, habe ich meine ersten Gehversuche mit einer Kamera gemacht. Und das, was Sebastião so treffend sagt, hat mich sofort in den Bann gezogen – ohne dass ich es damals hätte formulieren können.

Die Fotografie lehrt mich nicht nur zu schauen, sondern zu sehen. Wahrzunehmen. Mit der Seele und dem Herzen zu erfassen. Egal, wer oder was sich vor meiner Kamera befindet.

Und der Schlüssel zu allem ist das Licht. Das Licht, das unsere Umwelt erhellt, aber auch das Licht in uns selbst, das wir zum Leuchten bringen können. Das mag jetzt etwas spirituell klingen, und das ist es auch. Innere, «erleuchtete» Augen sind für mich das Essentielle. Dieses bewusste Sehen begleitet mich jetzt schon seit langem. Es wird immer nuancierter, bewusster und tiefer. Ich sehe noch kein Ende in diesem Prozess. Und so werde ich weiterhin dem Licht innerhalb und ausserhalb von mir folgen und das, was mein Herz und meine Seele sieht, mit der Kamera festhalten.

Meine erste Kamera – ein Geschenk von meinem Vater, der damit in mir die Liebe zur Fotografie geweckt hat – und das erste Bild, das ich damit realisiert habe. Danke Dir von ganzem Herzen, Dad.