Hand-Werk

Der Käsemacher auf der Alp, die Salzbauern in der Normandie, der Schindelmacher in den Bergen von Graubünden – sie alle verbindet eines: Sie arbeiten manuell. Das Wort hat seinen Ursprung im lateinischen «manus», was «Hand» bedeutet. Und sowohl die Hände als auch die Arbeit damit faszinieren mich. Es hat etwas Archaisches an sich, wenn man ohne oder mit wenig Maschinen etwas erschafft. Schauen Sie Kevin im Bild oben an. Er muss das Salz, das er geerntet hat, vor dem nahenden Regen schützen. Mit wilder Entschlossenheit schaufelt er das Salz zusammen, um es dann mit einer Plane vor dem nahenden Unwetter zu schützen.

Käse, der das Prädikat «Berner Alpkäse» bekommt, muss aus Rohmilch über dem Holzfeuer erzeugt werden. Fredi und Lea käsen mit viel Leidenschaft. Es ist ein Handwerk nah an der Natur. Die Kühe geben den Takt vor und nicht die Uhr. Mit unserem Land Rover sind wir (natürlich mit der entsprechenden Bewilligung) auf die Alp gefahren und haben die beiden ein paar Tage mit der Kamera begleitet. Und auch wenn das Leben da oben sehr einfach ist, haben wir selten so zufriedene und fröhliche Menschen wie die beiden kennengelernt. Oder ist es vielleicht sogar gerade deswegen, weil das Leben so einfach und basic ist?

Hans

Hans ist einer der letzten Schindelmacher. Schindeln sind kleine Holzziegel, die man für Dächer und Fassaden von Berghäusern einsetzt. Als wir bei Hans eintreffen, sitzt er vor seinem Haus und schnitzt Edelweisse. Hans’ Hände haben jahrzehntelang das Holz geformt – und das Holz seine Hände. Die Schindeln spaltet er mit Augenmass – in perfekter Präzision, mit Werkzeugen, die er auf Mass für sich angefertigt hat. Und auch das exakte Zuschneiden der Schindeln, sie müssen oben ein paar Millimeter schmaler sein als unten, macht er von Auge.