Hand-Werk
Schöpfungskraft
Wir Menschen haben mit unseren Händen über Jahrtausende hinweg unseren Planeten mitgestaltet – zum Guten und auch zum Schlechten. Und auch in unserer hoch technisierten und automatisierten Welt braucht es fast immer noch Hände, um die gestalterischen Ideen umzusetzen, um zu ernten, zu formen, um Neues zu schaffen. Diese Schöpfungskraft möchte ich mit der Serie «Hand-Arbeit» sichtbar machen. Dort, wo die Technologie eine untergeordnete Rolle spielt und die Hände die Hauptarbeit erledigen, wird diese archaische Schaffenskraft besonders sichtbar.
Käse, der das Prädikat «Berner Alpkäse» bekommt, muss aus Rohmilch über dem Holzfeuer erzeugt werden. Fredi und Lea käsen mit viel Leidenschaft. Es ist ein Handwerk nah an der Natur. Die Kühe geben den Takt vor und nicht die Uhr. Mit unserem Land Rover sind wir (natürlich mit der entsprechenden Bewilligung) auf die Alp gefahren und haben die beiden ein paar Tage mit der Kamera begleitet. Und auch wenn das Leben da oben sehr einfach ist, haben wir selten so zufriedene und fröhliche Menschen wie die beiden kennengelernt. Oder ist es vielleicht sogar gerade deswegen, weil das Leben so einfach und basic ist?
Hans
Hans ist einer der letzten Schindelmacher. Schindeln sind kleine Holzziegel, die man für Dächer und Fassaden von Berghäusern einsetzt. Als wir bei Hans eintreffen, sitzt er vor seinem Haus und schnitzt Edelweisse. Hans’ Hände haben jahrzehntelang das Holz geformt – und das Holz seine Hände. Die Schindeln spaltet er mit Augenmass – in perfekter Präzision, mit Werkzeugen, die er auf Mass für sich angefertigt hat. Und auch das exakte Zuschneiden der Schindeln, sie müssen oben ein paar Millimeter schmaler sein als unten, macht er von Auge.